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Von Dar es Salaam zum Lake Tanganika und mit der MV Liemba zum Mahale Reserve

Planung und Wunsch sind das eine, die Realität sieht aber in der Regel anders aus!!

Der Plan Wir wollten mit der central railway von Dar es Salaam nach Kigoma fahren. Dort die MV Liemba (ehem. Graf Goetzen) besteigen und mit ihr zum Mahale Reserve fahren. Die Liemba sollte uns auf dem Rückweg wieder aufnehmen und zurück nach Kigoma bringen. Von dort wollten wir nach Dar zurückfliegen
  Die Realität

Nach Kigoma

 

 

 

 

 

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Bereits mit Ende der Regenzeit 2009/10 war dieser Teil der Reise in Frage gestellt. Die Wassermassen hatten etwa 20 Brücken der Centralline unterspült und somit wurde der Betrieb eingestellt. Niemand inkl uns rechnete ernsthaft mit einer Reparatur der Strecke in diesem Jahr. Dennoch geschah ein Wunder, denn schon im Juli erfuhren wir, dass der Betrieb wieder aufgenommen wurde. Allerdings hatte man die Unterbrechung genutzt um den Zug nicht mehr am Sonntag sondern am Freitag von Dar in Richtung Kigoma verlassen zu lassen. Somit schied diese Option aus, denn alle außer uns würden frühestens am Samstag in Dar eintreffen.

Als gab es hier schon eine Planänderung. Wir wählten das Flugzeug zur Anreise. Flugs hat unser Manager Philippe die günstigsten Tickets für Air Tanzania gefunden und gebucht. Witzigerweise hatten wir Vorfeld von einem auf Tanzania spezialisierten Reisebüro erfahren, dass die Airline schon lange nicht mehr fliegt. Aber totgesagte leben ja bekanntlich gerne weiter liebe Spezialisten.

Wie schon vorab verraten trafen wir uns also am Samstag im Maua Beach - Swiss Rest House im Norden von Dar. Bietet einen wunderschönen Blick auf den Indischen Ozean und leckere Fischgerichte im eigenen Restaurant.

Sonntag - Der Defender von Maua Meach bringt uns zum Flughafen wo wir Moira treffen. Die Wartezeit verbringen wir in der Flughafenbar mit Blick auf das Rollfeld.

Pünktlich wird der Flug aufgerufen und wir gehen zum Flieger. Der Flug verläuft ruhig und die Sicht ist klar. Eine kurze Zwischenlandung noch in Tabora und wir erreichen Kigoma wo wir die nächsten Tage mit warten auf die MV Liemba verbringen werden.

 

In Kigoma

 

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Zwei Taxis bringen uns zum Jakobsen Beach Guesthouse wo wir unsere Zimmer beziehen. Die nächsten 2 Tage werden wir Kigoma kennenlernen. Der Ort ist historisch. Ganz in der Nähe, in Ujiji, traf Stanley den lange vermissten Dr. Livingstone und begrüßte ihn mit den Worten "Doctor Livingstone, I presume?"

Kigoma selbst war Handels und Verwaltungszentrum deutsch Ostafrikas. Kigoma ist durch eine Eisenbahn, die für den Transport der "Graf Goetzen" erbaut wurde, mit Dar es Salaam verbunden. Der Bahnhof, Hafen und das Kaiserhaus zeugen noch von dieser Zeit.

Kigoma ist heute hauptsächlich durch die UN bestimmt, denn rundherum gibt es viele Krisenherde und es sind tausende Flüchtlinge zu betreuen.

Mitten in Kigoma liegt ein wunderbar afrikanischer Markt der einen erst ein Mal erschlägt da jede/r versucht seine Waren anzupreisen und zu verkaufen. Das witzige ist aber, dass man bei einem längeren Aufenthalt (mehr als 2 Tage) dann nicht mehr besonderes Aufsehen eregt und seine Einkäufe ganz in Ruhe machen kann. Es scheint als ob die Verkäuferinnen sich an einen gewöhnen und keine Angst mehr haben ein Geschäft zu verpassen oder man will einen guten Kunden nicht vergraulen. Wie auch immer es ist ein tolles Erlebnis was man sich gönnen sollte auch wenn es vielleicht nicht so spektakulär scheint.

Als wir die Tickets für die Liemba kaufen erfahren wir, dass die Rückfahrt sich um Mindestens 3 Tage verzögern wird, da sie einen Trip in den Kongo unternehmen wird um, im Auftrag der UN, Flüchtlinge zurückzubringen. Nun sind wir erstmal beschäftigt unsere Rückreise zu organisieren. Fliegen geht nur nach Dar und kostet 7700.-US$, Speedboat kostet 2500.- US$ alles viel zu teuer. Wir fragen bei dem Verwalter von Jacobsen Beach und er vermittelt uns ein Boot. Am Abend taucht der Kapitän auf und wir beginnen die Verhandlungen. Zunächst möchte er 900.- US$. Nach zähen Verhandlungen kommen wir auf einen Betrag von 750.-US$ - wir schlagen ein.

Auf der MV Liemba

 

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Heute ist Mittwoch, die Liemba soll um 16:00 ablegen. Beim Ticketschalter am Hafen hat man uns gebeten 1 Stunde vor Abfahrt an Bord zu gehen. Also sind wir typisch deutsch bereits um halb drei am Hafen. Gegen 18:00 ertönt dann erstmals das Schiffshorn und es kommt Bewegung in die Menschen die noch mitfahren wollen. Ganz offensichtlich ist es bekannt, dass der Kapitän es ernst meint. 2 Träger mit einer Couch rennen auf das Schiff zu, dahinter folgt der Besitzer. Doch zu spät die Leinen sind schon losgeworfen und die Liemba driftet vom Landungssteg weg. Auch rufen und gestikulieren helfen nicht, der Besitzer der Couch bleibt mit seinem Möbelstück an Land. Die Liemba hält auf den offenen See zu macht dann aber eine Drehung und stoppt erst einmal für 15 Minuten bevor sie wieder Fahrt aufnimmt und die Reise beginnt.

Wir reisen 1st Class, haben also Kabine. Daneben gibt es 2nd, 3rd und 4th Class. Zugang zum überdachten Oberdeck und Restaurant haben nur die erste und zweite Klasse. Die dritte Klasse bleibt auf der Vordeckebene. Die vierte ist unter der Wasserlinie. Es ist dunkel geworden, an Land sieht man keine Lichter. Lediglich die Siluetten der Berge verraten, dass wir entlang der Küste des längsten Sees der Welt unterwegs sind. Etwa um 20 Uhr wird das Essen aufgetragen. Es werden Hühnchenteile, Rind und Fisch gereicht. Dazu gibt Manjoka als Salzkartoffel zubereitet und/oder Reis. Alles wird von den Stewarts auf einen Teller gegeben. Unser Geschmackstest ergibt das Gesamturteil – essbar.

Gegen 21 Uhr wird die Liemba langsamer. Sie hat ihren ersten Stopp erreicht das Schiffshorn ertönt, Scheinwerfer auf dem Vordeck werden eingeschaltet und aus der Dunkelheit erscheinen plötzlich kleine und große Fischerboote.

Sie sind beladen mit großen Säcken, die getrocknete Sardinen enthalten, gebündelten Stöcken und Passagieren. Die Lastenboote machen am Bug fest und die Ladung wird an Bord der Liemba geworfen. Warum wie viele Bündel und Säcke an Bord genommen werden erschließt sich uns nicht. Auch ein Gespräch mit einem Besatzungsmitglied bringt keine Erhellung. Sicher ist nur, dass die Boote ein Teil ihrer Ladung nicht loswerden. Während die Ladung an Bord genommen wird besteigen und verlassen die Passagiere das Schiff, durch seitlich Türen. Die längsseits gegangenen Boote liegen einen Meter unterhalb der Luke. Eine Strickleiter gibt es nicht und die Boote werden durch die Wellen periodisch gehoben. Keine einfache Sache die uns hier erwartet und mit diesem Zweifel gehen wir erst einmal in unsere Kabinen. Der Chefstewart hatte versprochen uns bei Ankunft in Lagosa zu wecken, was etwa um 4 Uhr morgens sein wird.

Um 4 Uhr klopft es an der Tür. Wir hüpfen in unsere Kleider, schnappen unsere Rucksäcke und machen uns auf den Weg. Die Liemba hält auf Land zu, man sieht ein Feuer, die Schiffsirene ertönt und die Maschinen werden langsamer. Diesesmal werden wir Teil sein des bunten Treibens. Alle sind aufgeregt. Während das Schiff bremst und schlieslich ganz zum Stillstand kommt sind wir unterwegs zu den Ausstiegen. Über das Vorschiff geht es in die dritte Klasse. Es ist dunkel und viel zu warm. Überall schlafen Menschen auf dem Boden. Vorsichtig finden wir unseren Weg nach Mittschiffs. Hier herrscht Gedränge. Rechts klettern Menschen in das Schiff, links steigen andere aus. Der Chefingenieur der auch die Fahrkarten kontrolliert teilt uns mit, dass wir warten sollen unser Boot sei noch nicht da. Als die Besatzungen der Fischerboote mitkriegen wo wir hin wollen möchten diesen alle gerne übernehmen. Von allen Seiten erschallt der Ruf Mahale Mahale. Aber nichts gibts das Boot ist bestellt und wir warten bis es schlieslich eintrifft und in dritter Reihe festmacht. Ich darf als erster aussteigen. Vor mir liegt ein größeres Boot das durch Wellen auf und nieder tanzt. Als oben ist springe, lande auf einer Bank rutsche ab und stehe im Boot - nichts passiert. Den Rucksack reiche ich weiter ins nächste Boot dann folgt Annette und dann alle Anderen. Auch wenn es zu komischen Situationen kam sind wir schlieslich alle sicher in unserem Speedboat versammelt.

Unser kleines Boot gibt Gas und wir pflügen durch die Wellen. Immer wieder nehmen wir eine Dusche und erreichen nach etwa 2 Stunden das Park Hauptquartier

 

Im Mahale

 

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