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Ghanzi - Maun - Okavango Delta:
Fortsetzung der Beschreibung im Moremi

Oben und unten: Erdmännchen direkt am Weg

3.5. Vom KTP über Hukuntsi nach Ghanzi

Das war natürlich klar, in den drei Tagen hatte sich der Zustand der Straße von Hukuntsi zum Gate in keinster Weise gebessert und da diese nach Norden die einzige Verbindung darstellt, mussten wir in den sauren Apfel beißen und uns auf dem gleichen Weg zurückquälen. Was uns aber das Leben erheblich versüsste war die Erdmännchen-Kolonie, die sich direkt neben dem Fahrstreifen plötzlich bemerkbar machte. Hier mussten wir natürlich anhalten und den Tieren eine ganze Zeit lang zusehen.


sind sie nicht putzig?

Was ebenfalls sehr erfreut sind links und rechts neben dem Weg die zahlreichen Blumen und vereinzelten Melonen. Zeigen sie doch, dass die Kalahari in vielfältigster Weise belebt ist.

Oben: Die Kalahari bietet neben tiefsandigen Fahrrillen auch ein reichhaltiges Angebot an Pflanzen und Früchten


Oben: Rückkehr in die Zivilisation, 140 km buckelige Sandpiste haben ihr Ende genommen
Unten: Übernachten im Thakadu Camp, Elands am Wasserloch


rechts: Löffelhund (Leider aber nicht der, den wir streicheln konnten - da hatten wir gerade keine Kamera zur Hand, sondern einer von unserer Reise vom letzten Jahr)

Dennoch freut man sich, wenn die ersten Häuser von Lokgwabe, dem Vorposten Hukuntsis, auftauchen. Man kehrt zumindest fahrtechnisch in die Zivilisation zurück. Die weiteren dreihundert Kilometer nach Ghanzi verlaufen nun auf einer Teerstraße.

Gegen späten Nachmittag erreichten wir dann das Thakadu-Camp. Dort genehmigten wir uns in der Bar ein wirklich erfrischendes kühles Bier. Als wir dort so saßen, kreuzte die Terrasse plötzlich ein Löffelhund (Bad Eared Fox). Zu unserer großen Überraschung nahm er nicht Reißaus, als er die Menschen gesehen hatte, sondern guckte neugierig um sich. Barbara machte die ersten Versuche sich ihm anzunähern, was er sich gefallen ließ. Da musste ich natürlich auch hin. Gemeinsam streichelten und kraulten wir das Tier (Welches vom Campbetreiber manchmal mit Käse gefüttert wird, deshalb ist er auch so zutraulich...). Erst als aber die Gruppe der Schweizer, die an einem anderen Tisch saßen, voller Begeisterung über den Schakal auf der Terrasse sprachen, trollte er sich zu Recht beleidigt seines Weges. Die Schweizer befanden sich auf dem Rückweg. Was will man da noch sagen...?

4.5. Weiterfahrt von Ghanzi
(Thakadu Camp) nach Maun

Die Strecke Ghanzi-Maun ist super ausgebaut und bietet damit beste Voraussetzungen, um rechtzeitig zu einer bestimmten Uhrzeit in Maun anzukommen. An diesem Tag sollte nämlich Jens zu uns stoßen. Die Ankunft seines Fliegers war auf 12.30 terminiert. Da blieb noch viel Zeit, um unterwegs bei einer sehr prägnanten Stelle anzuhalten und einen sogenannten Geocache zu verstecken. Ein Geocaches ist eine Art Schatz. Er wird im Internet dank GPS-Daten verschlüsselt (manchmal mit Rätseln versehen) eingestellt und kann dann von einem beliebigen Schatzsucher gesucht werden. Dieser trägt sich ins Logbuch ein und tauscht den Schatz gegen einen anderen aus.

Unten: Verstecken eines Geocaches, mehr wird nicht verraten...


Oben: Barbara und Joachim dokumentierten den Unfall
Unten: in mehreren Bäumen saßen Massen von Geiern

Wir lagen also bestens in der Zeit und hätten es auch ganz locker nach Maun geschafft, wenn da nicht dieser Verkehrsunfall gewesen wäre, den unseren Fotografen gleich schnellstens dokumentierten. Verkehrsopfer waren zu linken Hand eine Kuh und zur rechten Hand ein Esel. Ob beide zur gleichen Zeit ums Leben kamen - wir wissen es nicht. Was wir aber sahen, war, dass ca. 50 gefräßige Geier bereits dabei waren wieder Ordnung im Lande zu schaffen. Diese Geier mussten wir doch ein wenig bei ihrer Arbeit fotografieren und deshalb kamen wir zu spät nach Maun

4.5. bis 7.5. Maun

Wir erreichten die aufstrebende und quirlige Stadt Maun erst um kurz nach ein Uhr mittags. Wie sich aber gleich am Flughafen herausstellte war das kein Problem. Jens war nämlich noch gar nicht gelandet. "Ca. in einer Stunde", war die Auskunft gewesen und wir machten uns derweil auf, um einzukaufen. Später am Flughafen versprach die Anzeigetafel eine gelandete Maschine aus Windhoek und zwei aus Johannesburg. Fakt war: noch war gar keine da, dann kam eine aus Joburg, derweil verschwand die Windhoek-Maschine ganz vom Bildschirm. Aber - nicht verzagen, einfach warten - nach geraumer Zeit kam sie dann doch an und mit ihr Jens. Gemeinsam fuhren wir nun ins Audi Camp, wo unsere Zelte mal für drei Nächte stehen bleiben durften.

1. Nacht: Hahnengeschrei, ich sag mal so, ab ca. 2 Uhr morgens. Der Chor bestand aus mehreren hundert Tieren, denen ich persönlich gerne mal das Hälschen ein wenig drehen würde...

2. Nacht: Hahnengeschrei, Esel - aber man gewöhnt sich irgendwie

3. Nacht: War da was??

Maun: Man muss einfach auch ein wenig Zeit einplanen in so einer Gemeinde unterwegs zu sein. Gerade in den Seitenstraßen ist soviel Leben, Wochenmärkte, Verkehrschaos (stört aber niemanden), es wird kommuniziert, gehandelt und geheiratet. Wir waren nach einem shopping-Rundgang ins Rileys gegangen, um einen Kaffee zu nehmen. Im Rileys wiederum war ebenfalls eine ganze Menge los. Irgendein besonderer Medientag sorgte dafür, dass verschiedene Vorführungen stattfanden. U.a. erlebten wir tanzende Kinder, singende Halbwüchsige (und Erwachsene), die so grauenvoll sangen, dass mein Weltbild vom musikalischen Schwarzen ins Schwanken geriet (Die Betreuerin der Gruppe lachte sich derweil schlapp, was die ganze Angelegenheit sehr sympatisch machte). Anschließend gab es eine sehr ernsthafte Rede zum Thema Pressefreiheit, in der in jedem zweiten Satz - je nach Inhalt - der größte Teil der südafrikanischen Länder aufgezählt worden war. Botswana selbst kam bestens davon. Es wurde als Vorbild für alle anderen Nachbarländer gerühmt. Einzig, so lernten wir, Südafrika ist auf dem Weg in Sachen Pressefreiheit dem Vorbild Botswanas zu folgen. Alle anderen haben Mängel bis hin zu katastrophalen Zuständen. Wobei mich überraschte, dass nicht Zimbabwe am meisten an den Pranger gestellt wurde, sondern Angola. Derweil spazierte in unserem Rücken eine Hochzeit vorbei. Irgendwann packten wir es dann und machten uns wieder ins Audi Camp auf.


Oben: Tanzende Kinder im Garten des Rileys
Unten: In Maun brodelt das Leben


Oben: Hinter Barbara sieht man den kleinen Gemüsemarkt
Unten: Hochzeit im Rileys

Links: Mädchen aus der Tanzgruppe während des langen, langen Vortrags zur Pressefreiheit. aber in Botswana gehören lange Reden zur Tradition und deshalb harrten sie geduldig aus.


Oben: Ankunft am Ablegeplatz
Unten: Jens und Barbara in ihrem Mokoro


Oben: Das schöne ist die Stille während das Boot durch das Wasser zieht
Unten: Kingfisher

6.5. Fahrt ins Delta

Zu einer moderaten Zeit (7.30) sammelt einen das Fahrzeug direkt beim Audi Camp ein, welches einen in das Delta bringen wird. Diesmal war das Auto in einem ganz ordentlichen Zustand und die Fahrt auf der Teerstraße hatte ich schon kälter und windiger in Erinnerung gehabt. Wir vier waren die einzigen Gäste an diesem Tag. Im Dorf, mitten im Konzessionsgebiet, diskutierte man, wer die Tour übernehmen kann/darf. Wir wurden zur Anlagestelle gebracht und von dort mit den Mekoro auf den Seitenarmen des Deltas gepoolt. Der Wasserstand war niedrig, aber nicht ganz so niedrig wie vor zwei Jahren. Gegenüber letztem Jahr, wo wir im August da waren, war die Wassermenge allerdings sehr gering. Unterwegs hielten wir einmal an, zum einen, damit in Jens und Barbaras Boot das Wasser ausgeschöpft werden konnte, zum anderen, weil sich in den Bäumen Affen rumtrieben. Später landeten wir dann an einem Platz an, der Joachim und mir bekannt vorkam. Vor vier Jahren waren wir hier schon mal gewesen. Zuerst machten wir uns auf zum Bushwalk. Der Nachteil einer Ein-Tages-Tour im Delta ist, dass man in der größten Mittagshitze den Walk macht, was zugegebenerweise nicht sehr sinnvoll ist. trotzdem muss ich sagen, dass er es gut machte. Wir waren immerhin 2 Stunden unterwegs, sahen eine Giraffe und kurz vor unserem Platz einen Elefanten, der uns am Weitergehen hinderte. Mir machen die Walks immer Spaß, da die Guides erfahrungsgemäß soviel mehr hören und sehen als man selbst. Trotzdem ist die Qualität sehr unterschiedlich und wir müssen uns überlegen, ob wir wieder die Mehrtagestour mitaufnehmen oder es auch mal ganz streichen.

Was mich diesmal erstaunte war, dass soviel weniger Vögel zu sehen bzw. zu hören waren. Dafür fanden sich einige Kingfisher und auch Beeeater ein, was wir in den Jahren davor noch nicht hatten. Insgesamt war das Durchfahren des Wassers sehr relaxed und entspannend.

Zurück im Audi Camp hatten wir erstmal mächtig Durst, da die Luft sehr trocken und staubig unterwegs gewesen war. Da schmeckt das Bierchen an der Bar gleich doppelt so gut!!

Informationen für Selbstfahrer: Wir haben uns ein wenig mit dem Guide unterhalten und herausgefunden, dass man in Maun selbst eine Tageskonzession zum Befahren des Geländes erhalten kann. Man kann dann direkt im Dorf einen Guide anheuern und somit einiges an Kosten sparen. Wir möchten dieses gerne nächstes Jahr mal ausprobieren. Für die Leute im Delta ist das natürlich auch besser, das Geld fließt dann ohne Umwege an sie.

Was wäre Maun ohne seine phantasievollen Ladennamen? Dennoch: Hier wird zuviel versprochen. Das Fleisch war nicht richtig gut und wer hier die Chance auf ein New Life hat, hat sich uns auch nicht erschlossen (Tier oder Konsument???)

Fortsetzung der Beschreibung im Moremi

Oben: Elefant während dem Bushwalk
Unten: Wasserlilien gibt es in zwei Farben