Reisezeitraum:
24. März bis 18. Oktober 2008

Bereiste Länder: Namibia, Botswana, Südafrika, Zambia, Malawi, Mozambique

Gefahrene Kilometer: 31 000

Fahrzeug: Landrover Defender TDI, Baujahr Dezember 1994

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Reisebericht
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Tour 6, 5.9. - 20.9.2008, Johannesburg - Livingstone

Route: Johannesburg-Zeederberg-Khama Rhino Sanctuary-Lekhubu Island-Gweta-Maun-Okovango Delta-Moremi-Chobe NP-Livingstone

Der Versuch mit Landy den Bushcamper aus dem Matsch zu ziehen, Moremi, September 2008, Bild: Louis

Erfolgreiche Rettung eines Landrovers aus dem Kwai, September 2008, Bild: Louis

Elefantenbesuch am Platz, Linyanti, September 2008, Bild: Louis

Die Löwen hatten sich einen kleinen Elefanten geholt. Er zumindest ist zufrieden!, September 2008, Bild: Louis

Der Chobe wird überfüllt mit Tieren. So konnte man auch gleich mehrfach Leoparden sichten. Bild: Louis

5.9. Ankunft unserer Gäste Ina und Bernd am Flughafen in Johannesburg.

Eine ausführliche Formulierung der ersten Tage erfolgt noch. Ausführlich wird das Erlebnis im Moremi unten ab 15.9. beschrieben!

Weiterfahrt in das Zeederberg Cottage, wo alle ein kurzes erfrischendes Bad im kleinen Pool nahmen. Für die nächsten zwei Wochen war das die letzte konfortable Unterkunft.

Ankunft im Khama Rhino Sanctuary

Am frühen Nachmittag erreichen wir das Khama Rhino Sanctuary. Wir hatten gebucht gehabt und waren auch eingetragen, aber unseren Rhinotrack haben sie vergessen gehabt. Ärgerlich, zumal unser schöner gebuchter Platz schon von Südafrikanern besetzt war. Denen hatte man angeblich gesagt, dass sie sich überall hinstellen können. Wir statt auf Platz Fünf nun auf Platz Drei haben dann bei einem vom Park nachgefragt, ob wir denn jetzt nicht andere blockieren würden. Nein, hieß es. Prompt, am anderen Tag, kommen Südafrikaner mit Reservierung für Platz Drei. Hat mir leid getan. Hatte mich in gleicher Situation ja auch geärgert gehabt.
Mitten in der Nacht gibt es auf einem anderen Platz ein Hupkonzert und lautes Rufen und anschließendes Losfahren, das Ganze zirka zwischen zwei und drei Uhr morgens. Und die Overlandergruppe neben uns war abfahrtbereit ca. um fünf. Also nix mit schlafen, außerdem fühlte ich mich bereits nachts leicht vergrippt. Die Nase läuft. Am Morgen bin ich entsprechend matschig. Trotzdem sind unsere zwei Gamedrives sehr erfolgreich. Khama hat inzwischen ganz schön viele Tiere zu bieten. White and Black Rhino, Steen- und Springbock, Impala, Oryx, Gnu, Eland, Zebras, Giraffen, Red Hartebeest, Schakale, Hyänenspuren am letzten Morgen weisen auch auf deren Anwesenheit hin.
Das Overlander auch leise sein können haben suntours am nächsten Tag gezeigt. Vor uns ins Bett und am nächsten Tag leise zusammen geräumt.
Alles in allem war unser kleiner, feiner "Einsteigergeheimtipp" diesmal alles andere als geheim und fein, sondern eher laut und organisatorisch chaotisch. Schade drum, obwohl wir darüberhinaus wirklich viel zu sehen bekommen hatten

9.9. In Kubu waren außer uns nur noch Südafrikaner auf einem maximal weit entfernten Platz. Wunderbar ruhige Nacht. Ankunft am Tag zuvor gegen 15.30 Abfahrt nach kurzen Morningdrive ca 1 Stunde auf dem wir aber zig Nashörner, und eine Herde Elands gesehen haben. Einkaufen, Bank Tanken in Lethlakane.

15.9. Wer anderen helfen will.

Um drei Uhr finden wir an dem Dombohippopool einen Buschcamper der sich nicht von der Stelle bewegt. Dafür sehen wir schon von weitem Menschen, die heftig winken. Langsam, vorsichtig, matschumrundend bewegen wir uns in ihre Richtung. Links von uns eine riesige Lechweherde. Nachdem wir eine Bauminsel umrundet haben stehen wir vor dem Fahrzeug. Es handelt sich um einen Buschcamper, der neben der eigentlichen Fahrspur bis zum Bodenblech im Matsch steckte. Die beiden hatten gegen die Regel Nummer 1 Stay on the track verstossen. Das hatte die Natur sofort gnadenlos bestraft. Unsere Abschleppversuche von vorne und hinten blieben erfolglos. Wir versuchten ihn mit unserem Highliftjack hochzuheben. Dies funktionierte leider nicht. Da wir ihn nicht von unserem Fahrzeug abmontieren konnten. Jetzt waren wir schon so lange unterwegs und haben den Highlift nie gebraucht. Nun, wo es mal nötig wäre, hatte sich die Mutter gefressen. Da ging nichts mit aufschrauben. Wir probierten es mit Seil, mit Winde und dann sogar mit zwei Fahrzeugen. Das zweite war ein Safarifahrzeug eines Touroperaters, der nach einigem Zögern sich auf unser Winken hin in unsere Richtung begab. Zuerst wies er seine Gäste und uns an Holz sammeln zu gehen (Es ist heiter, was man alles so „offiziell“ im Game Reserve machen kann und darf, wenn es von Nöten ist. Schließlich gibt es im Moremi so gut wie alles an Wild, was das südliche Afrika so zu bieten hat). Als genügend Holz beieinander war, wurde es unter die tief im Matsch steckenden Reifen des Bushcampers geschoben. Nun wurde das Safarifahrzeug vor unseres und unseres wiederum vor deren Auto gehängt und dann mit vereinten Kräften gezogen. Resultat: Nada, niente, gar nichts. Das Auto bewegte sich keinen Milimeter aus dem Schlick. Dafür war zwischenzeitlich unser Auto bedenklich tief in selbigen geraten. Der Guide des Safarifahrzeuges verabschiedete sich schließlich. Da er seine Gäste noch vor Dunkelheit ins Camp bringen wollte, musste er los. Das Gleiche galt für uns. Auch wir mussten noch Zelte aufbauen, hatten echt Hunger und auch Verantwortung gegenüber unseren Mitreisenden. Wir verabschiedeten uns und wollten los. Doch, was war das? Wir steckten selber fest. Und zwar nicht zu knapp. Die stundenlangen Bemühungen des Ziehens hatten uns selbst tief in den Matsch gebracht. Nun hieß es den Wagenheber anzusetzen und erst nach zweimaliger Anheb- und Unterlegaktion konnten wir uns endlich befreien. Fast eine weitere Stunde war damit draufgegangen. Nun ließen wir Karin und Dirk mit ihrem eingesunkenen Bushcamper zurück. Wir versicherten ihnen umgehend Hilfe zu organisieren. Zudem wollte Jochen schnellstmöglich zurückkehren. Sie konnten derweil ja jederzeit in ihr Auto und waren dort sicher. Sogar darin schlafen konnten sie ohne Probleme, ein Vorteil des Bushcampers– wenn auch in der Situation der einzige – in diesem Moment.

Unterwegs begegneten wir einem Fahrzeug mit Rangern. Sie sind unterwegs zu den Deutschen, erklärten sie uns. Wir beschrieben ihnen, wie diese zu finden seien und fuhren nun mit dem besseren Gefühl weiter, das Hilfe naht. Wir hatten noch wenige Kilometer bis zum Camp. Es war zwischenzeitlich dunkel geworden und Jochen fuhr sehr vorsichtig. Nun, nicht plötzlich einem Elefanten begegnen, oder noch schlimmer einen aufschrecken. Plötzlich sahen wir links von uns Licht am Ende eines Seitenloops. Was ist da los? Da steht doch nicht einer und winkt um Hilfe??? Kann das sein???? Wir biegen ab. Was hätten wir sonst machen sollen? Tatsächlich. Ein einheimischer Mitarbeiter der Rangerstation stand bei seinem Traktor, der keinen Laut mehr von sich gab. „Er sei unterwegs zu den Deutschen, die im Schlamm stecken“ erklärte er uns, „doch plötzlich ging beim Traktor gar nichts mehr. Ob der Jochen ihn mal eben helfen könnte?“. Jochen besichtigt mit ihm das Fahrzeug und sucht nach der Ursache. Aber im ersten Moment kann er nichts finden.

„Wir fahren jetzt zum Camp. Dort laden wir aus, die anderen können die Zelte aufbauen und kochen. Ich komme dann zu dir, hole dich ab und gemeinsam fahren wir dann zu den Deutschen“, so Jochens Beschluss. Gesagt, getan, losgefahren.

Ratzfatz hatten wir am Camp alles ausgeladen und Jochen konnte binnen einiger Minuten wieder starten. „Fahr vorsichtig“, meine Sorge galt dem fahren im Dunkeln. Dies ist wirklich in einer so wildreichen Gegend nicht zu unterschätzen.

„Keine Sorge, ich pass schon auf“, so verabschiedete sich Jochen und verschwand.

Doch schon bald darauf kam er wieder.

„Du bist schon da?“

„ Als ich zum Traktorfahrer kam, war dieser weg. Ich suchte nach Spuren, ob er selber zu Fuß gegangen ist, ob ein Auto kam, ob etwas passiert ist. Der Traktor stand ja noch da. Doch dann konnte ich anhand der Spuren erkennen, dass andere Ranger wohl mit dem Fahrzeug gekommen sind und ihn eingesammelt haben. Sie sind wohl zu den Deutschen gefahren und werden wissen, was jetzt zu tun ist.“

Es war bereits Mitternacht, als mehrere Fahrzeuge zu hören waren. Die Deutschen kamen zum Camp – mit ihrem Fahrzeug. Auch die Ranger waren mit ihrem Auto mit dabei. Es gab großes Halligalli. Am nächsten Morgen erfuhren wir die ganze restliche Geschichte. Die Ranger schafften es ebenfalls nicht, das Auto herauszuziehen. Sie forderten noch einen LKW an. Es wurde im Dunkeln (!!) jedes einzelne Rad aus dem Schlamm mit dem LKW Bottlejack „hochgefahren“ und dann unterfüttert. Der LKW hatte zwischenzeitlich dann ebenfalls noch einen Platten, der an Ort und Stelle repariert werden musste. Alles in allem hat die Aktion von unserem Eingreifen bis zur Rettung in der Nacht über acht Stunden gedauert. Dirk und Karin waren überglücklich und äußerst großzügig gegenüber allen Helfern. Sie versprachen, in Zukunft auf der Spur zu bleiben. Lieber durch das tiefere Wasser mit sandigen Grund als durch nicht abzuschätzenden Schlamm. Zu Fuß durchgehen ist immer noch das Mittel der Wahl!!

Nach einem kurzen Morningdrive packten wir zusammen und fuhren weiter. Heute ging es am Kwai entlang, der auch im September hinreisend ist. Wir waren noch gar nicht lange unterwegs als wir an eine Stelle kamen, an der der Weg eine ausgeprägte Linkskurve um einen Wasserseitenarm macht – wenn man diesen dann benutzen würde. Es gibt auch Leute, die ziehen es vor, geradeaus durch das Wasser zu fahren und mittendrin abzusaufen. So geschehen an diesem Morgen. Als wir den Landrover bis zur Motorhaube versunken im Wasser und mit zwei Männern stehend auf der Motorhaube gesehen hatten, wussten wir, dass unsere Hilfe mal wieder vonnöten ist.

Also, nicht wie ran mit der FFB-Pannenhilfe. Wir umrundeten den Wasserseitenarm und kamen auf der anderen Seite zu stehen. Es befand sich bereits ein Safarifahrzeug dort, welches ebenfalls gebeten worden ist zu helfen. Diese hatten aber offensichtlich wenig Lust den Deutschen (und ein Italiener) zu helfen. Denn diese zeigten sich selbst in keinster Weise kooperativ. Die Frauen waren in der Hocke auf der Rücksitzbank nach dem Motto: Nicht die Füsse nass machen... Ja und die Männer standen eben vorne auf der Motorhaube und sahen sich nicht in der Lage nach einem Abschleppseil zu sehen. Da hätten sie ja ins Wasser steigen müssen. Wie nass... Also überließ der Guide uns diese Truppe und fuhr mit Hinweis, dass er selbst auch kein Abschleppseil hätte, weiter. Wir forderten erst mal die Männer auf von der Motorhaube runter zu kommen und vielleicht ein wenig behilflich zu sein bei der Rettung IHRES Fahrzeugs. Die Frauen forderten wir auf doch das Fahrzeug über das Fenster zu verlassen und damit leichter zu machen. Sie ignorierten uns. Weil der Jochen eine Seele von Mensch ist, nahm er unser Seil und warf es dem Italiener zu. Der ältere Deutsche hatte inzwischen den Weg zu uns herüber gefunden, nachdem er gemerkt hatte, dass wir ungehalten werden. Der Italiener wollte das Seil an der Bullbar befestigen, was mit Sicherheit dazu geführt hätte, dass die Bullbar das Ufer gewechselt hätte, das restliche Fahrzeug aber eher nicht. Also forderte der Jochen ihn auf, das Seil an der Öse für das Seil festzumachen. Dazu hätte der Italiener aber das Fahrzeug verlassen müssen. Also behauptete er steif und fest, dass sein Auto keine Vorrichtung für ein Abschleppseil hätte. Ein Landrover! HÄH??? Er befestigte das Seil schließlich an der Stossstange. War ja auch nicht sein Seil, was dadurch aufgerieben wurde. Die Damen waren immer noch wie die Hühner auf der Stange hinten auf der Rücksitzbank. Jochen wollte nicht mehr diskutieren und zog an. Tatsächlich bekam er das Auto ohne weiteren Schaden aus dem Wasser. Die Frauen stiegen aus (nachdem ein großer Schwall Wasser sich aus dem Fahrzeug entladen hatte) und schienen zufrieden. Kein Danke, kein Nichts. Wir fragten sie, warum sie nicht auf unsere Aufforderung reagiert hätten, das Auto zu verlassen?

„Warum? Es ging doch auch so!“

In diesem Moment hätte ich sie am liebsten ins Auto gesetzt und allesamt wieder zurückgeschoben!!

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