Reisezeitraum:
24. März bis 18. Oktober 2008

Bereiste Länder: Namibia, Botswana, Südafrika, Zambia, Malawi, Mozambique

Gefahrene Kilometer: 31 000

Fahrzeug: Landrover Defender TDI, Baujahr Dezember 1994

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Reisebericht
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Tour I, 30. April bis 14. Mai, Johannesburg - Livingstone

Route: Johannesburg-Bushmencamp Waterberge-Khama Rhino Sanctuary-Lekhubu Island-Gweta-Maun-Okovango Delta-Moremi-Chobe NP-Livingstone
Die Bilder stammen zum großen Teil von Patricia und Sven Rauch-Kaimer, da unsere eigenen Bilder bei einem späteren Überfall im Audi Camp (Botswana) leider abhanden kamen. Den beiden nochmal vielen Dank für ihre Mühe und ihre tollen Bilder!!

Im Bushmencamp bei Ellisras in den südafrikanischen Waterbergen (Bild Kaimer)


Er warf Steine für unsere Zukunft (Bild Kaimer)


Bild oben: Unterwegs sieht man in Botswana häufig Eselkarren
Bild unten: Diese Phyton hat nicht geschaut bevor sie die Straße querte (Bilder Kaimer)

Bild unten: Im Audi Camp (Bild Kaimer)

Sonnenuntergänge in Afrika sind fast immer spekakulär. Man kann sich kaum daran sattsehen. Bild unten: Moremi (Kaimer)

Rhino im Khama Rhino Sanctuary (Bild Kaimer)

Johannesburg

Nachdem wir uns zwei Tage lang in Pretoria in einer netten Bed and Breakfast-Pension erholt hatten, ging es endlich richtig los. Am Flughafen in Johannesburg erwarteten wir unsere ersten Mitreisenden Patricia und Sven. Wir hatten uns zuvor noch nicht gesehen, allerdings via mail und Telefon kommuniziert, nun waren wir gespannt, wie wir miteinander auskommen werden.
Der Flughafen in Joburg wird gerade mächtig umgebaut. Die WM wirft ihre Schatten voraus. Das hatte konkret zur Folge, dass wir bei einem Terminal, welches immer das Ankunftsterminal gewesen war, warteten. Und warteten, und warteten... Doch keine Patricia, kein Sven. Ich versuchte sie über Handy zu erreichen, dieses war aber eindeutig abgeschaltet. Jochen als Posten an dem einen Terminal zurücklassend ging ich los die restliche Baustelle abzusuchen. Was muss ich entdecken? Es gibt noch ein zweites Ankunftsterminal, und prompt war dort der Flieger angeschrieben. Voller Schreck schaute ich mich um. Seit Ankunft war mehr als eine Stunde vergangen. Vielleicht irrten sie bereits auf der Suche nach uns durch die Baustelle. Das geht ja gut los, dachte ich mir. Wieder machte ich mich auf den Weg zu Jochen, um ihn zu sagen, dass wir im Umfeld des anderen Ausgangs suchen müssen. Wir begaben uns zurück und just in diesem Moment treten Patricia und Sven erst aus dem Aufzug. Wir erkannten uns sofort. Sie hatten einfach solange beim Gepäck warten müssen. Sie waren froh endlich da zu sein und wir waren froh, dass sie nicht irgendwo im Flughafen herumirrten.

Bushmen Camp

Von Anfang an stimmte die Chemie. Und so machten wir uns wohlgemut auf den Weg in die südafrikanischen Waterberge. Unser Ziel war das Bushmencamp bei Ellisras.
Wir fanden ein sehr schönes Plätzchen vor. Die Viermannzelte beinhalten im vorderen Teil zwei Einzelbetten und im hinteren Teil ein Doppelbett. Es gibt eine kleine Terrasse mit Tisch, eine extra Grillstelle und ein Bad unter freiem Himmel mit schnuckeliger Beleuchtung für die Nacht. Das Ganze ist sehr stimmungsvoll. Wir verabredeten mit Andrè, dem Manager, dass wir am darauffolgenden Tag mit ihm und einer Bushmen Familie einen Walk machen werden. Ob wir gemeinsam mit ihnen dann den Abend am Lagerfeuer verbringen werden, entscheiden die Bushmen.
Bei den Bushmen, die mit uns gingen, handelte es sich um einen Mann mit Frau und deren Schwester sowie ein Kind. In dem Gebiet von Andrès Camp leben abwechselnd Bushmen Familien. Es ist ein alter Platz, wo traditionell Treffpunkte der Bushmen auf ihren Wanderbewegungen existieren. Unterwegs übersetzte Andrè für uns die Fragen sowie deren Antworten. Am Abend durften wir uns gemeinsam mit den Bushmen an ein Feuer setzen. Sie machten Schmuck aus Straußenteilen und anderen Naturutensilien. Plötzlich werde ich von einer Riesenheuschrecke angeflogen. Mit "Vollkaracho" setzt sie sich auf meinen Oberschenkel und klammert sich regelrecht fest. Der Bushman bedeutet mir nichts zu machen. Er kommt und hebt das Tier herunter und geht mit ihr zum Feuer. Mir sagt er, dass ich ihm folgen soll. Mit der Hand nimmt er ein Stück Kohle aus dem Feuer und reibt damit an den Füßen der Schrecke. Dann wirft er sie in die entgegengesetzte Richtung vom Feuer fort. Er erklärt, dass sie ins Feuer zurückkommen wird und dass ich jemanden zuhause anrufen soll. Wenn ich es nicht täte, würde ich es nach unserer Reise bereuen.

Die Heuschrecke kam ins Feuer nur einen Augenblick später zurück.

Am nächsten Tag rief ich zuhause an und erfuhr, dass mein Vater eine Bypass-Operation just am Tag zuvor hatte.

Das war irgendwie schon mystisch. Wir waren alles in allem sehr angetan von diesem Camp. Joachim erfuhr übrigens von den Bushmen, dass er sehr alt werden wird. Eine Feststellung, die der alte Weiße aus dem Gweta-Village später auch noch mal traf.

Khama Rhino Sanctuary

Wir verließen das Bushmen Camp und fuhren bei Martins Drift über die Grenze nach Botswana. Dort erreichten wir am späten Nachmittag das Khama Rhino Sanctuary. Diesen kleinen Park können wir nur wärmsten empfehlen. Nicht nur, dass es zwischenzeitlich eine recht stabile Rhino-Population gibt (sowohl White wie Black Rhinos), sie haben darüberhinaus auch viele andere Tierarten in dem Park beheimatet. So gibt es Tsessebes, Elands, Springböcke, Gnus, Zebras, Strauße, Giraffen und vieles mehr. Die Game Drives sind übersichtlich und bieten gerade Neuankömmlingen einen tollen Einstieg in die Tierwelt Afrikas. Die Campsites im Park sind großzügig, das Waschhaus geht so. Es gibt auch Bungolows für die, die nicht campen wollen. Selbstverständlich ist nichts eingezäunt. Allerdings liegen zwischen der ersten Pfanne und dem Gebiet der Campsites rund vier Kilometer, was wie ein natürlicher Puffer wirkt. Gefährliches Raubwild existiert allerdings nicht, aber gerade die Nashörner kommen durchaus nah heran. Sie leiben das Unterholz zwischen den Sites und der Pfanne.

Lekhubu Island. Die Baobabs laden
zum spielen ein
(Bild Louis mit Kaimer Kamera)



Hierbei handelt es sich um Chapmans
Baobab, mit 27 Metern Stammumfang
einer der größten seiner Art (Kaimer)


Dieser Elefant ist meistens auf dem
Xaxanaka Campsite anzutreffen
(Bild Kaimer)

In Erwartung des Sonnenuntergangs
(links) schmeckt das Sundowner
Windhoek erst recht gut! (Bild Louis
mit Kamera Kaimer)

Lekhubu Island

Nach einem ausgiebigen Morgen Drive im Khama fahren wir weiter Richtung Lekhubu Island (Kubu Island). In Lethlakane gibt es einen Zwischenstopp. Dort werden sämtliche Vorräte aufgefüllt und getankt. Am Nachmittag sind Wolken am Himmel zu sehen und als wir Lekhubu erreichen windet und tröpfelt es tatsächlich. Das wird wohl nichts mit dem Sternenhimmel, den wir so gerne gehabt hätten. Wir spannen zwischen Baum und Aut eine Plane und sorgen somit für einen geeigneten Windschutz. Ansonsten können auch die erstaunlich vielen anderen Campsitebesucher (meist Südafrikaner) unserer guten Laune keinen Abbruch tun. Der zugewiesene Platz ist nah an der Pfanne und hat noch einen recht jungen Baobab. Am nächsten Tag machen wir uns dann auf all die anderen Baobabs und African Starchesnuts zu bestaunen und zu beklettern. Wieder einmal strahlt Lekhubu seine Faszination aus. Von dort aus geht es dann über die Magkadgkigkadi Pfannen nach Gweta.

Am frühen Morgen, noch vor dem ersten Kaffe, finden sich direkt an unserem Platz am North Gate (Kwai Campsite) Wildhunde ein. Dreizehn Stück. Sie jagen ein Impala über die Pfanne und entfernen sich dann. Schnell hinterher, ruft Jochen und schon sitzen wir alle im Auto (Patricia noch im Schlafgewand). Wir folgen den Hunden soweit möglich. Plötzlich aber drehen sich die letzten zwei der Gruppe um, bleiben stehen und schauen uns herausfordernd an: "Wir wollen jagen. Ihr stört!!" Brav kehren wir um, es war auch so schon faszinierend. Etwa eine halbe Stunde später kommen sie aber alle wieder zurück und toben direkt vor unserer Nase herum. Außer uns sehen dieses prächtige Schauspiel nur die Arbeiter, die das neue Waschhaus bauen. Auch sie erfreuen sich an diesen Tieren.

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